Ecologic Institut
Pfalzburger Straße 43-44
10717 Berlin
Gewässerqualität in inneren Küstengewässern
Wie wird sich die Struktur und Funktion bedeutender, innerer Küstengewässer vor dem Hintergrund des Klimawandels verändern? Welche Prozesse müssen in den Modellansatz integriert werden, um die praxisrelevante, ökologische Prognosefähigkeit der Modelle in den Küstengewässern zu verbessern?
Der Transport von Nährstoffen aus dem Einzugsgebiet mit den Flüssen in die Küstenzone steuert wesentlich den Zustand der Küstenökosysteme und der Ostsee. Die massive Eutrophierung stellt nicht nur ein zentrales ökologisches Problem dar, sondern hat auch erhebliche ökonomische Relevanz (Tourismus, Fischerei etc.). Insbesondere die inneren Küstengewässer, wie die Haffe, Bodden und Förden, besitzen als hydrographisch und ökologisch komplexe Systeme zudem eine große Bedeutung als Senke, Transformator, aber auch als zeitweilige Quelle für Nährstoffe. Sie entscheiden darüber, in welcher Menge und Form die Nährstofffrachten in die Ostsee gelangen. Das ökologische Modell (ÖkoMod) ist für die inneren Küstengewässer bisher nur begrenzt verwendbar, da es sich weitgehend auf den Wasserkörper und planktische Organismen beschränkt. Es soll daher um wesentliche Prozesse erweitert und weitere biologische Elemente ergänzt werden. Aspekte wie die filtrierstarken Muschelbänke (Dreissena) oder die sedimentstabilisierenden, submersen Makrophytenbestände spielen in den Haffen und Bodden eine wichtige Rolle. Zudem sind die Wechselwirkungen zwischen Sediment und Wasserkörper bisher nur sehr vereinfacht abgebildet. Die Anwendung des verbesserten Modells erfolgt vor allem in den Fokusgebieten.
Leitung des Teilprojekts: Dr. Thomas Neumann, Arbeitsgruppe Küsten- und Meeresmanagement



